DasSportWort goes Japan – Mainzer Okazaki bester Japaner in der Bundesliga

Shinji Okazaki vom FSV Mainz ist Thema in unserer Kolumne von sportsnavi yahoo.jp
Shinji Okazaki vom FSV Mainz ist Thema in unserer Kolumne von sportsnavi yahoo.jp

Die erste Saisonhälfte ist Geschichte und in der Fußball-Bundesliga steht nach 17. Spieltagen tendenziell fest, für welche Mannschaften es spannend wird – im positiven, wie im negativen Sinne. Einige Vereine spielen für gewöhnlich um die Meisterschaft, einige kämpfen um die internationalen Plätze und andere Verein müssen sich im Abstiegskampf bewähren. Die Winterpause wird nicht nur bei den Klubs selbst ein großes Fazit des Jahres gezogen, sondern auch die Medien vergeben Zwischennoten, schreiben über Tops und Flops der Liga. Auch die japanischen Fußballfans wollen wissen, wie ihre Helden in Deutschland in der Hinrunde abgeschnitten haben, deshalb haben Kollege Francois Duchateau und ich für sportsnavi bei yahoo.jp den Spielern aus dem Land der Kirschblüte ein vorläufiges Zeugnis ausgestellt.  

サムライたちのブンデスリーガ前半戦 日本代表選手のドイツでの評価と課題

ダビド・ニーンハウス & フランソワ・デュシャト

新天地マインツでゴールを量産する岡崎
好天は期待できないドイツの冬は、伝統的にブンデスリーガでもボールが一休みする時期である。2013−14シーズンも前半戦が終了し、順位表を一目見るだけで、ここまでの17節の動向を知ることができる。バイエルン・ミュンヘンがリーグを席巻し、わずかに2試合で引き分けたものの、無敗を保って首位に立っている。ドルトムント(4位)とシャルケ(7位)は、負傷者に泣かされて調子を落とした。一方で、ボルシア・メンヘングラードバッハ(3位)と昇格組のヘルタ・ベルリン(6位)は驚きの躍進を果たし、後者は一時トップ4に入り込んだ。アウクスブルク(8位)とマインツ(9位)も、ポジティブな形で新聞の見出しを飾った。weiterlesen…

Okazaki und Hosogai die japanischen Gewinner in der Bundesliga-Hinrunde – Krise bei Nürnberg und Kiyotake Auch wenn das Wetter in Deutschland nicht vermuten lässt, es Winterzeit und in der ruht traditionell der Ball in der Fußball-Bundesliga. Die erste Hälfte der Saison 2013/14 ist gespielt und ein Blick auf die Tabelle erzählt die Geschichte der vergangenen 17. Spieltage: Der FC Bayern München dominiert die Liga und zieht einsame Kreise an der Spitze, Borussia Dortmund und der FC Schalke haben mit großen Verletzungssorgen Boden einbüßen müssen. Die Borussia aus Mönchengladbach und Aufsteiger Hertha BSC sind ins obere Tabellendrittel eingedrungen. Während auch der FC Augsburg und Mainz 05 positive Schlagzeilen schreiben, kämpfen Hannover 96, der Hamburger SV und der 1. FC Nürnberg nicht nur um Reputation, sondern auch um den Klassenerhalt in der Liga. Und wie schlugen sich die japanischen Fußball-Exporte im ersten Halbjahr der Saison? SportsNavi blickt auf die Hinserie aus Sicht der Samurai in Deutschland und stellt einem Spieler ein ganz besonders gutes Zeugnis aus.

Von David Nienhaus und Francois Duchateau

Shinji Okazaki blühte nach seinem Wechsel vom VfB Stuttgart zum FSV Mainz 05 richtig auf. Der 27-jährige Stürmer spielt im vierten Jahr in der Bundesliga seine beste Saison und netzte dabei schon acht Mal ein – so oft, wie nie zuvor. FSV-Trainer Thomas Tuchel ließ den Offensivmann fast ausschließlich als Spitze agieren, während Okazaki in Stuttgart meist im offensiven Mittelfeld spielen musste; der japanische Nationalspieler zahlte es seinem Coach mit Top-Noten und Toren zurück. Gleich in seinem ersten Spiel für die Rheinhessen – ausgerechnet gegen Okazakis Ex-Klub – traf der Nationalspieler-Spieler (3:2), sieben weitere Treffer und ein Assist sollten im Laufe der Hinrunde folgen. Nach einer kurzen Formkrise am siebten und achten Spieltag, ließ ihn Tuchel ein Spiel pausieren.  Okazaki nutze die Pause und meldete sich mit zwei Toren beim 2:0-Sieg gegen Eintracht Braunschweig zurück. „Meine Mitspieler kennen meine Laufwege und ich habe großes Selbstvertrauen“, erzählte Okazaki dem Fußball-Fachblatt „kicker“ kurz vor Weihnachten. Die Winterpause kam für den Mainzer vielleicht zum falschen Zeitpunkt, erledigte er doch in der letzten Partie im Jahr 2013 den HSV fast im Alleingang (2:3) und wurde „Mann des Tages am 17. Bundesliga-Spieltag“.

Einen ähnlich guten Einstand für seinen neuen Verein wie Okazaki feierte auch Hajime Hosogai für Hertha BSC. Der Berliner Neuzugang, der von Bayer Leverkusen in die Hauptstadt wechselte, lieferte einen bärenstarken ersten Auftritt im ersten Saisonspiel gegen Eintracht Frankfurt (6:1) ab und zeigte nicht nur in dieser Partie, warum sich Herthas Trainer Jos Luhukay vor der Saison so um die Dienste des Japaners bemüht hatte. „Hosogai verkörpert Herz und Leidenschaft“, lobte ihn der Coach damals über den Klee und mit 17 Spielen in der Berliner Startelf sprechen auch die Zahlen für „Hatschi“, wie er von seinen Mitspielern gerufen wird. Luhukay führte den Bundesliga-Neuling Ende 2013 auf einen sensationellen sechsten Tabellenplatz – in der Hauptstadt wittert man Europapokalluft. Trainer Luhukay macht den Erfolg vor allem an vier Spielern fest:  Torwart Thomas Kraft, Abwehrspieler Fabian Lustenberger, Angreifer Adrian Ramos und eben Hosogai in der Schalzentrale, sind die Achse des Erfolg bei der „alten Dame“.

Die Berliner Zeitung „Der Tagesspiegel“ schrieb in ihrem Fazit der Hinrunde über den 27-Jährigen, „der Japaner ist mit seiner Kombination aus Laufarbeit, Zweikampfstärke und Spielübersicht das Sinnbild des neuen Hertha-Stils geworden.“ Mit diesem neuen Auftreten schlug der Aufsteiger sogar Champions-League-Finalisten Borussia Dortmund am letzten Spieltag des Jahres 2013 verdient mit 2:1 und Luhukays Liebling war erneut der unauffällige, aber entscheidende Garant für den Erfolg. Der BVB schaffte es kaum, Chancen zu kreieren, weil Hosogai immer da war, wo er gebraucht wurde – einziges Manko in einer bemerkenswerten Hinrunde: Der japanische Nationalspieler spielt zu häufig Foul. Das allerdings ist nun wirklich zu vernachlässigen.

Japan-Buch über Schalke-Spieler Atsuto Uchida von Francois Duchateau und David Nienhaus
Japan-Buch über Schalke-Spieler Atsuto Uchida von Francois Duchateau und David Nienhaus

Atusto Uchida hat hingegen ganz andere Probleme. Zwar gehört auch der Schalker Außenverteidiger zu den Konstanten in der Bundesliga auf seiner Position, für die Königsblauen absolvierte der 25-Jährige 25 Pflichtspiele in der Hinrunde 2013/14, wirklich überragende Auftritte allerdings sucht man beim Japaner fast vergeblich. In seiner vierten Saison auf Schalke ist Uchida eine Art Kultfigur bei den Fans geworden, vor allem seine Höflichkeit und seine gute Laune kommt bei den Anhängern in Gelsenkirchen gut an, sportlich allerdings muss sich der Samurai Kritik gefallen lassen: Zu selten sind seine offensiven Vorstöße von Erfolg gekrönt und defensiv zeigt der Publikumsliebling zu häufig Schwächen. Oft erreiche Uchida seine Normalform nur, wenn Mitspieler Jefferson Farfan fit ist und die Kombinationen mit ihm auf der rechten Seite sucht.

In einem kürzlich in Japan erschienenen Buch über Uchida erzählt Guido Buchwald, ehemaliger Erfolgscoach der Urawa Red Diamonds: „Uchidas Schwächen sind seine Flanken, das muss man zugeben“, zudem müsse er sich auch in der Defensive „häufiger und konsequenter hinten reinschieben und dadurch die Räume enger machen“. Ihm fehle bisweilen die Aggressivität. Nur drei Torvorlagen verzeichnete Uchida in der Bundesliga-Hinrunde auf seinem Konto; in einer Zeit, in der Außenverteidiger auch als Vorbereiter agieren müssen, ein durchschnittlicher Wert. Die Kritik, die sich „Uschi“, wie er in Deutschland gerufen wird, ist Klagen auf höchstem Niveau. Der japanische Nationalspieler gehört zu den etablierten Spielern in einer jungen, von Verletzungen geplagter Schalker Mannschaft, die in der Königsklasse im Achtelfinale und in der Bundesliga in Schlagdistanz zu den Champions-League-Plätzen steht. Der Japaner ist Teil dieses Team, sticht aber nicht heraus. „Dafür fehlt ihm auf Schalke die Konkurrenz“, dabei habe Uchida noch „deutlich größeres Entwicklungspotenzial“, meint Buchwald. Vielleicht ruft der Schalker das ja in der Rückrunde ab – auch ohne Konkurrenz auf seiner Position.

Offenbar konkurrenzlos sind auch Hiroshi Kiyotake und Makoto Hasebe beim 1. FC Nürnberg, sonst hätte die beiden „Samurai Blues“ wohl kaum fast jedes Spiel beim Krisenklub aus dem Frankenland absolviert. Die Nürnberger brachten es trotz intensivem Aufwand und einiger sehr guter Chancen das Kunststück fertig, als erstes Team in über 50 Jahren Bundesliga alle 17 Spiele der Hinrunde ohne Sieg zu beenden; die beiden Japaner allerdings zählen trotzdem zu den fleißigen Leistungsträgern der in vielen Spielen auch glücklosen „Glubberer“. Während Kiyotake sein zweites Jahr beim FCN spielt, wechselte Hasebe kurz nach Saisonstart den Verein. Mit 135 Bundesliga-Spielen für Wolfsburg, sowie dem Gewinn der deutschen Meisterschaft 2009 mit dem VfL, sollte der Kapitän der japanischen Nationalmannschaft die Lücke im defensivem Mittelfeld bei den Franken schließen, die der Belgier Timmy Simons hinterlassen hatte.  Hasebe absolvierte ab dem fünften Spieltag alle Begegnungen für seinen neuen Verein, spielte jede einzelne  Minute und der Routinier lieferte Leistungen ohne positive oder negative Ausrutscher ab. So wie sein Team häufig haarscharf am Sieg vorbeischrubbte, so haarscharf verpasste Hasebe auch seinen ersten Treffer für die Franken. 16 Mal scheiterte der Klub an Aluminium – Höchstwert in der Liga und auch der Neuzugang traf Latte und Pfosten.  „Das ist natürlich das erste Mal, dass ich mit einer Mannschaft so lange nicht gewonnen habe“, gibt Hasebe zur Bundesliga-Halbzeit zu, die Winterpause soll für den 1. FC Nürnberg die Trendwende sein.

Nach dem Trainerwechsel von Michael Wiesinger zu Gertjan Verbeek merkte man schnell die neue Handschrift des Niederländers. Die offensiv ausgerichtete Philosophie des Coaches komme vor allem auch Hiroshi Kiyotake entgegen. Vier Tore und elf Vorbereitungen standen auf dem Statistikbogen der Debütsaison Kiyotakes beim Glubb. Zwei Treffer und vier Assists in der Hinrunde lassen allerdings hoffen, auch wenn der Japaner von der Presse aus Nürnberg zum „Absteiger der Hinrunde“ gewählt wurde. Eine Zeitung schrieb: „Im Sommer wählten die User Hiroshi Kiyotake mit Abstand zum Spieler der Saison 2012/2013. Nun, sechs Monate später, erlebt ‚Kiyo‘ einen wahren Absturz“. Die Dauer-Krise des FCN, sei auch die Krise von Hiroshi Kiyotake. Einzig das Spiel in Bremen erinnerte an den Glanz der Saison, nach der der englischen Klub Aston Villa ein zehn-Millionen-Angebot für den 23-Jährigen abgegeben hatte. „Mein Ziel ist, über die komplette Saison hinweg konstante Leistungen zu bringen“, sagte Kiyotake vor der Saison. Jetzt bleibt dem Offensivmann nur noch die Rückrunde für dieses Ziel. Lediglich vier Punkte trennen den FCN vom Tabellenfünfzehnten Eintracht Frankfurt, doch bei den Hessen (herrscht) noch keine Panik. Die Gründe für die enttäuschende Liga-Hinrunde sind schnell gefunden: Europa. Als Aufsteiger gelang der Mannschaft von Armin Veh in der vergangenen Spielzeit sensationell der Schritt in die Europa League – ein Ereignis, nachdem lange in Frankfurt gelechzt hat. Zwar machte die SGE international eine gute Figur und zog in die K.o.-Runde ein, doch die Doppelbelastung geht klar zur Kosten der Konstanz in der Liga.

Kolumne von sportsnavi yahoo.jp über die Japaner in der Bundesliga 2013_14
Kolumne von sportsnavi yahoo.jp über die Japaner in der Bundesliga 2013_14

War Takashi Inui im vergangenen Jahr noch eine der Säulen der Frankfurter, so bekam der Japaner den neuen Konkurrenzkampf am eigenen Leibe zu spüren. Nur acht Mal stand der 1,69m-Mann in der Startelf – einer der Gründe heißt Tranquillo Barnetta, der leihweise vom FC Schalke kam. Veh attestierte dem Schweizer eine gute Hinserie und registriert, dass der ehemalige Bochumer Inui darunter leidet, nicht mehr unumstrittener Stammspieler zu sein, “aber ich kann nicht jeden einzelnen, sondern muss das Ganze sehen”, sagte der Eintracht-Coach im Fachblatt Kicker. Inui, dem in der Liga weder Treffer noch Torvorlage gelang, kommt im Zentrum nicht so gut zurecht wie auf der linken Außenbahn. Die vielen Systemwechsel machen ihm zu schaffen.

Obwohl Hannover den eigenen Ansprüchen hinterherläuft und als Konsequenz nach Weihnachten den langjährigen Erfolgstrainer Mirko Slomka vor die Tür setzte, gehört Hiroki Sakai eher zu den Gewinnern bei 96. Lange hatten die Niedersachen das Thema Betreuung zu nachlässig angegangen, doch mit den richtigen Dolmetschern und Betreuern lief es auf einmal besser und konstanter  für den 23-Jährigen – genau zum rechten Zeitpunkt. Verletzungsbedingt musste 96 nämlich lange ohne Kapitän, Konkurrent und Kultfigur Steven Cherundolo auskommen – einer der Hauptgründe, warum Sakai 16 mal in dieser Hinrunde in der Startelf stand. Persönliches Highlight: Eine überzeugende Vorstellung gegen den damals frisch gekürten Europas Fußballer des Jahres Franck Ribery vom FC Bayern. Seitdem weiß man, wozu der Japaner in Hannover in der Lage ist. Ob er es auch unter dem neuen Trainer Tayfun Korkut zeigen darf, während Cherundolo wieder genesen ist?

Namensvetter Gotoku Sakai beim VfB Stuttgart hat seinen Trainerwechsel schon länger hinter sich. Bereits im August löste Jugendtrainer Thomas Schneider Bruno Labbadia an der Seitenlinie ab. An Sakais Status änderte dies jedoch nichts: Als Stammspieler hat der 22-Jährige sich als Außenverteidiger festgespielt, meist auf rechts, doch wenn benötigt, half der beidfüßige Profi in dieser Hinrunde auch schon mehrere Male auf links auf. Mit nur einer Torvorlage strahlte Sakai allerdings zu wenig Torgefahr aus. Das muss 2014 besser werden, will der VfB das Jahr noch in der oberen Tabellenhälfte beenden.

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ダビド・ニーンハウス & フランソワ・デュシャト フランソワ・デュシャト 1986年生まれ。世界最大級のサッカーサイト「Goal.com」でドイツ語版の編集長を務め、13年からドイツで有数の発行部数を誇る「WAZ」紙の サイト(http://www.derwesten.de/)でドイツ西部のサッカークラブを担当する。過去には音楽の取材もしていた。ツイッターアカウ ントは@Duchateau。自身のサイトはwww.francoisduchateau.net。 ダビド・ニーンハウス 1978年生まれ。20年以上にわたり、ルール地方のサッカークラブに焦点を当て、ブンデスリーガの取材を続ける。09年からは「WAZ」紙のサイト (http://www.derwesten.de/)で記者を務める。ツイッターアカウントは@ruhrpoet。自身のサイトはwww.david- nienhaus.de。

  1. Kolumne 14 hat Kollege Duchateau geschrieben []
  2. Kolumne 11 hat Kollege Duchateau geschrieben []
  3. Kolumne 9 hat Kollege Duchateau  geschrieben []

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